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Verwaltung
paukt Vokabeln. MAZ, Dez.2000
Im
Landratsamt wird seit drei Monaten „po polsku“ sprechen
gelernt.
LÜBBEN
Nur noch wenige Tage bleiben, bis wieder Gäste aus der
polnischen Partnerstadt Wolsztyn in Lübben zum Neujahrsempfang
des Landrates eintreffen werden. Martin Willes Amtskollege
Ryszard Kurp wird dann aber aus dem Staunen gar nicht wieder
heraus kommen. Denn: Im Landratsamt spricht man nun auch
Polnisch!
Ende September begannen 30 Mitarbeiter aus der Kreisverwaltung,
so Sprecherin Heidrun Schaaf, einen Polnischkurs. Sprachdozentin
Ania Labucka-Buttenschön unterrichtet sie seitdem einmal pro
Woche in zwei Gruppen (...)
25 Frauen und Männer sind nach rund drei Monaten noch dabei.
Einige wie Sozialdezernentin Sylvia Lehmann , sind
„abgesprungen“, weil andere Aufgaben anliegen. Sie nimmt
gegenwärtig an einem Lehrgang in Betriebswirtschaftslehre teil,
der jetzt erst einmal wichtiger sei. Zu den treuen Polnischschülern
zählen unter anderem Iris Schieban, die im Büro Landrat sitzt,
Angelika Wille, Frau des Landrates, Bernadette Badack, die im
Hauptamt tätig ist, Sten Schwabe, er arbeitet als Kostenrechner,
Nadine Starke und noch viele andere.
Letzten Freitag stand bei ihnen die Lektion „Einkauf am
Kiosk“ auf dem Programm. Jeder hatte dafür einige Artikel
mitgebracht: Eine Zeitung (gazeta), Zahnpasta (pasta do zebow),
Schokolade (czekolada), Ansichtskarten (widokowki) ... Und dann
wurde tüchtig eingekauft – natürlich ausnahmslos auf
Polnisch!
Dabei ist die Sprache mit den vielen Zischlauten gar nicht so
einfach. Lernen wollen sie sie trotzdem – unbedingt. Angelika
Wille, weil sie als SPD-Stadtverordnete Lübbens öfters mit
Leuten aus der Partnerstadt Wolsztyn zusammentrifft. Bernadette
Badack, weil sie in Polen geboren ist und ihre verschütteten
Sprachkenntnisse wieder beleben möchte. Sten Schwabe, weil er
meint, es im Amt selbst gebrauchen zu können, wenn Gäste aus
Polen kommen. So werden immer wieder die vielen
Szcz-Zungenbrecher geübt, Fehler geduldig von Ania
Labucka-Buttenschön korrigiert und stets zum Wiederholen der Wörter
und Sätze ermuntert: „Prosze powtorzyc!“
Weil es die letzte
Unterrichtsstunde in diesem Jahr war und Weihnachten vor der Tür
steht, endete die Lektion, so wie in Polen der Heiligabend
beginnt. Mit dem Teilen von Oblaten untereinander während dessen
man sich eine glückliche Weihnacht und ein frohes neues Jahr wünscht.
2001 wird man die Polnischkenntnisse weiter ausbauen. |

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Ausschnitte
aus dem Interview über Polnischkurse mit der Journalistin Andrea
Müller :
Sind
Sie zufrieden mit den Leistungen der Kursteilnehmer?
Ja. Ich
habe meine Ziele erreicht, d.h. ich vermittelte nicht nur
Polnisch, sondern ich brachte auch die Mentalität und
gewiss auch ein wenig von der polnischen Seele näher....
Es geht oft nicht um den Perfektionismus im Umgang mit der
polnischen Sprache, viel mehr um die Verständigung und
interkulturelle Begegnung mit dem Polnischen.(...)
Was
denken Sie: sind Polnischschüler motiviert und fleißig?
Schüler
sind unterschiedlich. Manche wollen ganz schnell lernen und
arbeiten viel selbständig, brauchen Impulse dazu im Kurs und
Unterstützung des Lehrers. Für andere ist der gesellschaftliche
Aspekt der Kurse wichtig. Ich denke, alle wollen dabei
Unterhaltung und Spaß haben. Ich arbeite generell nicht im Stil
des Frontalunterrichts.
Die Teilnehmer kommunizieren viel miteinander in Partner- und
Gruppenspielen, in kleinen Theaterrollen, wir singen viel.(...)
Was
ist für Deutsche besonders schwierig in der polnischen Sprache?
Polnisch
ist für Deutsche schon exotisch, besonders die Wortendungen,
Polnisch ist eine Flexionssprache. Im allgemeinen ist die
polnische Grammatik schon schwierig. Ich unterrichte die
Grammatik nur am Rande der Texte und Dialoge, nicht zum
Selbstzweck. Schritt für Schritt trainieren wir auch die
Aussprache (...)
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